Sommer 1913: Max Reger bei der Arbeit               Foto:Max-Reger-Institut

Eine monumentale Bach-Hommage


Max Regers Phantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46 steht im Mittel­punkt des zweiten Teils von Bernhard Ruchtis Trilogie über das B-A-C-H­ Motiv in der spätromantischen Orgelmusik mit Schumann, Reger und Liszt. Am 12. Juni erläutert er den Aufbau und die Harmonik des Werks und bringt es dann auf der Goll-Orgel in der Linsebühl-Kirche St.Gallen zum Klingen. Lesen Sie dazu eine erste Einführung in diesem Bulletin Ausserdem laden wir Sie zu unserer Orgelfahrt am 1. September ein: Details zu Programm und Anmeldung finden Sie auf den hinteren Seiten.

Liebe Orgelfreundinnen und Orgelfreunde
Haben Sie gewusst, dass es Orgeln gibt, deren Labien an den Prospekt­pfeifen mit aufgemalten Gesichtern geschmückt sind? Oder dass es Orgeln gibt, die durch beidseitig an die Wand gemalte Pfeifen grösser und imposanter erscheinen sollen? Beeindruckend auch der Prospekt eines modernen Instruments, der mit langen Haaren verziert ist, die sich im Wind der gespielten Pfeifen bewegen. Oder gar ein Orgelprospekt in Form einer schützenden Hand. (s. Bilder)


Notre-Dame des Neiges, Alpe d·Huez (F)                       Foto: wikipedla
Jakobi-Kirche, Lübeck (D)                                 Foto: dewiki






















Sankt Martin, Karlsruhe                                                                                                 Foto: courtesy the artist and galerie neu berlin / stefan korte

Dies und noch viel mehr durften die knapp 20 anwesenden Mitglieder an unserem ersten Anlass vom 27. April in einem äusserst spannenden und interessanten Referat von Matthias Hugentobler erfahren. Matthias ist seit vielen Jahren als Orgelbauer für die Firma Kuhn tätig und wusste bei seinen Ausführungen so richtig aus dem Vollen zu schöpfen. Sicherlich wirkte sich  der  Umstand, dass am selben Abend  die Aufführung  der "Landsgemeinde-Kantate" in Trogen stattfand, ungünstig auf die Besucherzahl  unseres  Anlasses  aus.  Wir  werden  in  Zukunft  selbstverständlich  versuchen,  solche  Kollisionen   wenn  immer  möglich  zu

venneiden.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend mit für die Wurlitzer-Orgel zeit­typischen Werken durch Bernhard Ruchti, unterstützt durch mich am Schlagzeug.

Bereits aber steht der nächste Anlass an:  Ich freue mich sehr, Sie zu unserem zweiten Abend der 
B-A-C-H-Trilogie ins Linsebühl einzuladen:

Dienstag, 12. Juni 2018, 19.30 Uhr, Kirche Linsebühl, St.Gallen
Max Reger: Phantasie und Fuge über B-A-C-H

Bernhard Ruchti wird uns in das hochspannende Werk einführen und dieses danach zum Erklingen bringen. Seine vorbereitenden Ausfüh­rungen finden Sie in dieser Ausgabe des Bulletins.
Am 1. September werden wir auf unsere diesjährige Orgelfahrt ins Bündner Oberland gehen. Das Programm und die Einladung finden Sie ebenfalls in diesem Bulletin.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühsommer und freue mich darauf. Sie am 12. Juni beim BACH-Abend in der Unsebühl-Kirche zu sehen!

Freundliche Grüsse
Hans Peter Völkle


Max Reger als Orgelkomponist

Eine Einführung 
von Bernhard Ruchti

Max Reger (1873-1916) ist eine singuläre Gestalt in der Geschichte der Orgelmusik. Kein anderer Komponist hat sich um die Wende vom 19. ins 20.Jahrhundert so intensiv mit dem Instrument Orgel auseinandergesetzt und ein derart umfangreiches und qualitativ hochstehendes CEuvre hinter­lassen. Ebenso einzigartig in der damaligen Zeit sind seine Beschäftigung mit dem reformierten Choral und seine Berücksichtigung der praktischen Aspekte des Orgelspiels in der sonntäglichen Liturgie. Neben grossen und technisch höchste Anforderungen stellenden Werken gibt es zahlreiche namentlich choralgebundene Stücke, die sehr einfach und auch für Laienorganisllnnen problemlos erreichbar sind.

Endphase der "klassischen Tonalität"
Was macht die Faszination von  Regers  Musik  aus, einmal von  der  schie­ren Menge seines Schaffens abgesehen? Musikgeschichtlich befinden wir uns in der Endphase dessen, was man als "klassische Tonalität" be­zeichnen kann. Musiker wie Gustav Mahler oder Richard Strauss schaffen zwar noch innerhalb des klassisch-harmonischen Systems , reizen dieses jedoch bis an die Grenze aus. Komponisten wie Arnold Schönberg gehen noch einen Schritt weiter und geben um das Jahr 1906 herum die Tonali­tät ganz auf; atonale Musik entsteht, und nur wenige Jahre später schockieren zwölftönige Kompositionen die traditionelle  musikalische Welt.

Innerhalb dieses vibrierenden musikalischen Klimas verfolgt Reger einen "chromatischen"  Weg. Seine Musik ist ein beständiges, chromatische Verbindungen suchendes Modulieren innerhalb der tonalen Harmonik. Die Möglichkeiten, einzelne Töne harmonisch zu färben, scheinen beinahe unbegrenzt. Kaum ist eine Harmonie etabliert,führt eine melodische Fort­schreitung  bereits wieder zum  nächsten  harmonischen  Umfeld. Dieses
"Mäandrieren" der Harmonik ist von einem formalen Standpunkt aus gesehen das, was bei vielen Hörerinnen und Hörern den Eindruck er­weckt , Regers Musik sei "schwierig".


In der Tat ist es oft nicht einfach, den Überblick zu bewahren und dem Verlauf eines Werkes zu folgen. Möglicherweise ist dies sogar mit ein Grund, warum  Reger, der  harmonisch  und satztechnisch  klar  an  das
Schaffen des späten Johannes Brahms anknüpft, eine ausgeprägte Affinität für barocke Gattungen wie           
Choralvorspiel, Choralfantasie, Passacaglia und Fuge und entwickelt hat. In all diesen Gattungen gibt es starke formbildende Elemente wie die Choralmelodie, das Passacaglien­thema, das Fugenthema - Elemente, die Orientierung schaffen und der zuhörenden Person eine Hilfe geben, sich in den ständig wechselnden Farben zurechtzufinden.

Dazu kommt ein weiterer, wichtiger Aspektin Regers Orgelmusik. Durch die beständige, oftmals in den kleinsten rhythmischen Werten statt­ findende Modulation ist die harmonische Dichte in Regers Werken enorm. In vielen seiner Werke ist die Farbigkeit buchstäblich jeder Sechzehntel­ note entscheidend. Wo aber die Farben derart reichhaltig sind, wollen genau diese Farben auch gehört und erlebt werden. Man kann sogar so weit gehen zu sagen, dass es diese kleinen chromatischen Modulationen sind, die  die Essenz der Regerschen Orgelmusik ausmachen und an denen sich demzufolge auch die Interpretation orientieren muss. Dies hat Auswirkungen auf die Phrasierung und die Artikulation, aber in erster Linie hat es Auswirkungen auf das Tempo.

"net zu schnell"
Jüngere Forschungen von Marcel Punt' haben klar ergeben, dass für einen Grossteil der Werke von Max Reger die Metronomzahlen als Doppelschlag gemeint sind und im konkreten Gebrauch faktisch halbiert werden müssen. Dies stimmt mit Äusserungen von Reger selbst sowie von Personen aus seinem Umfeld überein. "Junger Mann, spielens meine Sachen halt net zu schnell; spielens alles recht ruhig, auch wanns schneller dasteht", so sagte Max Reger 1910 zu Gerhard Bunk. Und Regers Freund Karl Straube, einer der berühmtesten Organisten seiner Zeit, bemerkt 1944: "Die Anwendung von FD-Zug-Geschwindigkeiten im Zeitmass oder Hochdruck von Sirenengeheul ist ein Verbrechen gegen seine Kunst." Diesem Umstand tragen viele Aufführungen Regerscher Orgelmusik nicht genügend Rechnung, mit dem Ergebnis,  dass die harmonischen Fortschreitungen im Kleinen nicht mehr mitvollzogen werden können und damit der  Reiz und der Reichtum der Komposition zugunsten einer unüberschaubaren Klangmasse verloren geht.
Sind aber die Details hörbar und kann man als Zuhörerin dem harmoni­schen Verlauf folgen, so tritt etwas Eindrucksvolles ein: Man wird wie trunken von der Musik. Die überfülle der Stimmen und Harmonien wird zu einem Fest für die musikalischen Sinne. Dies ist bereits der Fall bei vielen der einfacheren Stücke beispielsweise aus den Opp. 67 oder 79b,und es ist erst recht der Fall bei einem Stück wie der monumentalen Phantasie und Fuge über B-A-C-H.
_____________________________________
⑴Marcel Punt: T   Straube Code . Oecip   ng the Metronome Marl!:s in Max Reger's Organ Music. First edition published 2008 by Sibelius Academy , Helsinki. Revised online edition published 2015 by Marcel Punt Muslc.


Max Reger. Phantasie und Fuge über B-A-C-H op.46, Handschrift für Kart Straube.
                                                                                                                          Foto: Max-Reger-Institut

Monumentales Werk
Regers Phantasie und Fuge über B-A-C-H steht  im Mittelpunkt des An­lasses am 12. Juni 2018. Das Stück entstand 1900 und zählt zu den ein­drucksvollsten Schöpfungen des Komponisten. Die Tonfolge B-A-C-H, die schon Robert Schumann und Franz Liszt zu musikalischen Hommagen an den Thomaskantor angeregt hat, ist auch für Reger Inspiration zu einem Werk monumentaler Grösse. Besticht die Phantasie durch prägnante Harmonik und gross  angelegte  sinfonische Flächen mit steter  Präsenz des Hauptthemas. ist die Fuge ein beeindruckendes Beispiel von Regers Kunst, barocke Kontrapunktik mit spätromantischer Expressivität zu ver­binden. Das Stück beginnt in extrem langsamem Tempo und arbeitet sich durch unmerkliches Accelerando, verbunden mit stetem  Crescendo, zu einem gewaltigen Finale voran. Mit imposanten architektonischen Mitteln wird der Zusammenhalt der Form durch markante Themeneinsätze erreicht.
Am 12. Juni werden der Aufbau der Phantasie und die kunstvolle Faktur der Fuge genauer unter die Lupe genommen, und es wird ein besonderes Licht auf die Geheimnisse von Regers Harmonik geworfen werden. Und natürlich wird das ganze Stück am Ende auf der herrlichen Orgel in der Linsebühlkirche erklingen; eine Orgel, die für Regers Musik wie ge­schaffen ist und sowohl die sinfonische Fülle wie auch die nötige Trans­ parenz zur Verfügung stellt.
Ein Anlass, der keinerlei Vorkenntnisse erfordert, und der hoffentlich dazu beitragen wird, Ohren und Herzen für die beeindruckende Kompositions­ kunst Max Regers zu öffnen!

Dienstag, 12. Juni, 19.30 Uhr, Kirche Linsebühl, St.Gallen


Kurzbiographie Max Regers
Neben Richard Strauss, Gustav Mahler, Hugo Wolf oder Arnold Schön­ berg sind die meisten deutschen Komponisten um 1900 lange Zeit star1< in Vergessenheit geraten. Max Reger (1873-1916) ist einer von  ihnen andere sind Hans Pfitzner,Ferruccio Busoni, Ermanno Wolf-Ferrari, Franz Schmidt oder Alexander von Zemlinsky.

Max Reger (1909)                                       Foto:picture-alliance/dpa

Geboren in Brand in der Oberpfalz, wächst er in der nahe gelegenen Stadt Weiden auf und erhält schon früh musikalische Unterweisung. Nach Studien bei dem berühmten Musiktheoretiker Hugo Riemann erleidet Reger in Folge seiner Militärdienstzeit und beruflicher Rückschläge einen nervlichen und physischen Zusammenbruch und kehrt 1898 ins Eltern­haus zurück. Dort steigert sich Regers Produktivität enorm, bis er 1901 seine Familie überreden kann, nach München zu übersiedeln, wo er mehr musikalische Anregungen erhofft als in der Oberpfalz.
1902 heiratet Reger, selbst Katholik, Elsa von Bercken, eine geschiedene Protestantin, was seine Exkommunikation zur Folge hat. Kompositorisch wie als konzertierender Pianist ist Reger äusserst produktiv. 1905 wird er als Nachfolger Rheinbergers an die Akademie der Tonkunst berufen, legt sein Amt aber bereits ein Jahr später wegen Unstimmigkeiten mit dem überwiegend konservativen Lehrkörper nieder.


Während eines Konzertaufenthalts in Karlsruhe empfängt Reger 1907 seine Berufung zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig; Konzert- und Kompositionstätigkeit behält er bei. Während  er schon 1908 den Posten des Universitäts­musikdirektors wieder aufgibt, übernimmt er 1911 stattdessen den Posten des Hofkapellmeisters in Meiningen, den er bis Anfang 1914 innehat. Die intensive Kompositions-· und Konzertiertätigkeit führt er auch fort, nach· dem er 1915 nach Jena gezogen ist, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fährt. Auf einer dieser Reisen erliegt Reger im Mai 1916 einem Herzversagen.

Andauernde Berühmtheit erlangte  Reger vor  allem durch seine Orgel­werke,  obwohl er auch in den Bereichen der  Kammermusik, der  Lieder, der Chor- und der Orchesterkomposition Bedeutendes geleistet hat.
__________________
 ⑵Zitiert nach: Webseite des Max Reger-Instituts in Karlsruhe (www.max-reger institut.de)

_____________________________________________________________________________________________

Impressum

St. Galler Orgelfreunde : www.ofsg.org

Redaktionskommission : Eva Bachmann, Bernhard Ruchti, Hans Peter Völkle

Sekretariat :                         Eva Bachmann, Magnihalden 8, 9000 St.Gallen
                                                sekretariat@ofsg.org, 071 244 87 13

Für den Inhalt der Texte sind die jeweiligen Autoren verantwortlich.


Der Prospekt: Die Schauseite der Orgel 

An unserem nächsten Anlass am 27. April geht es für einmal um das Anschauliche: Der Orgelbauer Matthias Hugentobler wird in einem Vortrag die historische Entwicklung der Prospektgestaltung beleuchten. Die Skizze oben zeigt die Stellwagen-Orgel (1653) in St. Marien in Stralsund, die in der vertikalen Achse die Verbindung von himmlischer und irdischer Musik darstellt – zwei Engel und König David in der Mitte.


Einladung ins Kirchgemeindehaus St. Georgen
Gerne lade ich Sie nun herzlich ein auf den Freitag, 27. April 2018, 19.30 Uhr ins Kirchgemeindehaus St. Georgen: Matthias Hugentobler, Orgelbauer bei Kuhn (Männedorf), wird uns unter dem Titel Prospektentwicklung im Laufe der Zeit die Geschichte des sichtbaren Teils des Orgelbaus etwas näherbringen. In einem nachfolgenden Textbeitrag führt Sie Matthias Hugentobler bereits etwas an das Thema heran. Musikalisch umrahmt wird der Abend durch Bernhard Ruchti auf der Wurlitzer-Orgel und meine Wenigkeit am Drumset. Wir werden Sie mit einigen Musikstücken aus der Blütezeit der Kinoorgel zu überraschen versuchen. Die Wurlitzer-Orgel ist wohl der einzige Orgeltypus, der keinen Prospekt besitzt, und stellt gewissermassen ein Extrembeispiel zum Thema des Abends dar. 

Und nun wünsche ich Ihnen einen schönen Frühling und freue mich darauf, Sie jeweils an unseren Anlässen begrüssen zu dürfen!  

Freundliche Grüsse 
Hans Peter Völkle


Barocke Pracht: Orgel von Josef Gabler von 1729 in der Klosterkirche St. Georg in Ochsenhausen

«Was dem Auge am wenigsten Mühe macht wird als das Schönste empfunden»

 Prospektgestaltung im Wandel der Zeit 

Matthias Hugentobler 

Wie kaum ein anderes Instrument richtet sich die Orgel nicht ausschliesslich mit ihrer klanglichen Aussage an uns, sondern spricht ganz direkt auch unsere optischen Sinne an. Diese Wahrnehmung von Orgel mischt sich zuweilen bewusst oder unbewusst in den erlebten Gesamteindruck von Orgelmusik oder in ein Raumerlebnis ganz allgemein. Die Möglichkeiten, ein Musikinstrument gestalterisch im Raum zu integrieren, regten die kreativen Sinne der Orgelbauer seit Jahrhunderten und bis heute an. Das äussere Erscheinungsbild der Orgel – der Prospekt eben – veränderte sich meist parallel mit den stilistischen und auch musikalischen Entwicklungen der Kunstgeschichte. Es entstanden dabei im europäischen Raum regional sehr eigene und ausgeprägt charakteristische Entwicklungslinien, die sich in jüngerer Zeit auch zu vermischen begonnen haben. Die Orgel kann dabei als «instrumentales Möbelstück» verstanden werden, oder aber auch Teil der Gebäudearchitektur werden und so optisch als Zusammenschluss von Gebäude und Orgel wahrgenommen werden.


Expressive Modernität: Die Orgel in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles
von 2003 ist ein Projekt von Glatter-Götz, den Prospekt entwarf Frank Gehry.

Die Veränderungen in der äusseren Gestaltung der Orgel sind so vielfältig wie die musikalischen Entwicklungen in der Orgelmusik. Orgelbautechnische Innovationen und Neuerfindungen brachten immer wieder neue Möglichkeiten, welche sich im Äusseren deutlich bemerkbar machten. An der optischen Prominenz lässt sich oft auch die jeweilige Bedeutung der Orgelmusik ablesen.  
Die Seite zum Anschauen Unter Prospekt (lat. prospektus) verstehen wir die gestaltete Schauseite einer Orgel. Jene Teile, welche für die Betrachtung von aussen bestimmt sind. Beherrschendes Element sind dabei die Prospektpfeifen, die durch ihre Anordnung die äussere Form eines Orgelgehäuses oder einer Orgelfront bestimmen. Ergänzt durch Schnitzwerk, Gesprenge, ornamentalische Elemente und Figuren sowie auch der «Fassung» (Bemalung / farbliche Gestaltung), entsteht oftmals ein Gesamtkunstwerk, welche auch verschiedene Handwerkskunst in sich vereint.  Grund genug, unser «Augen-Merk» für einmal etwas von der musikalischklanglichen Ebene hin zum Optischen zu lenken. 

Redaktionskommission: Eva Bachmann, Bernhard Ruchti, Hans Peter Völkle 
Sekretariat:  Eva Bachmann, Magnihalden 8, 9000 St.Gallen  sekretariat@ofsg.org, 071 244 87 13 
Für den Inhalt der Texte sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. 



Übersicht über die Veranstaltungen im Jahr 2018

Alle Anlässe sind öffentlich (Ausnahme: Orgelfahrt), Gäste sind stets herzlich willkommen.

Dienstag, 6. März 2018, 19.00 Uhr, St. Mangen, St.GaIIen
Jahresversammlung
Orgelvorspiel mit Bernhard Ruchti in der Kirche, Jahresversammlung im Gemeindezentrum

 
_______________________

Freitag, 27. April 2018, 19.30 Uhr, Kirchgemeindehaus St. Georgen, St.Gallen
mit Matthias Hugentobler, Orgelbauer, sowie Bernhard Ruchti (Wurlitzer-Orgel) und
Hans Peter Völkle (Drumset)
_______________________

Dienstag, 12. Juni 2018, 19.30 Uhr, Kirche Linsebühl, St. Gallen
B-A-C-H-Trilogie, 2. Abend
mit Bernhard Ruchti
_______________________

Samstag, 1. September 2018
Orgelfahrt 2018 ins Bündner Oberland
Kath. Kirche Domat/Ems (Pieder Jörg, Organist)
Mittagessen im Rest. «am Brunnen», Valendas
Evang. Kirche Versam (Stephan Thomas, Organist und Dozent PH Graubünden)
Kath. Kirche Sumvitg (Stephan Thomas)

Zu diesem Anlass wird rechtzeitig ein separates Programm mit Anmeldetalon versandt.
_______________________

Dienstag, 30. Oktober 2018, 19.30 Uhr, Evang. Kirche Amriswil
mit Andreas Jost, Organist am Grossmünster, Zürich, Dozent ZHdK




Heinz Specker am Spieltisch der Kuhn-Orgel in der Kirche St. Anton, umringt von interessierten Orgelfreunden.
Foto: hpv

Orgel erleben

Unsere diesjährige Orgelfahrt führte nach Zürich zu fünf ganz verschie-denen Instrumenen, die von Tobias Willi und Heinz Specker kenntnisreich erläutert und variantenreich gespielt wurden. Ein Erlebnis, das wir mit Fotos gern noch einmal in Erinnerung rufen. Das nächste Erlebnis wartet schon: Am 20. November spielt Imelda Natter in der Linsebühlkirche St.Gallen ein "Allegrevento". Das Programm ist eine Kombination aus Wort- und Orgelspiel, eigens zusammengestellt für die Orgelfreunde. Mehr zu diesem besonderen Event lesen Sie im vorliegenden Bulletin.

________________________________________________________________________

Liebe Orgelfreundinnen und Orgelfreunde
Ich weiss nicht, wie es Ihnen ergangen ist, aber ich wurde ein absoluter Fan. Ein Fan der wundervoll klingenden Kegellade-Orgel in der Kunst-KlangKirche Egg, eine unserer drei Stationen auf der Orgelfahrt 2017 nach Zürich. Über 60 Personen reisten mit und verfolgten an diesen drei Standorten die spannenden und musikalisch interessanten Beiträge. Aber auch die zwischen den Veranstaltungen vorhandenen Begegnungs-möglichkeiten trugen dazu bei, dass die Orgelfahrt 2017 – wie mir von verschiedenster Seite bestätigt wurde – zu einem äusserst erlebnis-reichen Tag wurde. Gerne lasse ich Sie mittels einer kleinen Bildreportage ein wenig in Erinnerungen schwelgen.

Das Vereinsjahr geht in sein letztes Quartal, und ich darf Sie herzlich zum "Allegrevento" mit Imelda Natter am Montag, 20. November, 19.30 Uhr in die Linsebühl-Kirche einladen. Imelda Natter wird uns für einen Abend mit Worten und Musik zu verzaubern wissen. Gäste sind wie immer selbstverständlich herzlich willkommen.

Eine Woche vorher, am Montag, 13. November 2017, findet im Palace (Blumenbergplatz, St.Gallen) die Preisverleihung der Anerkennungs-und Förderungspreise der Stadt St.Gallen statt. Unserem Vize-präsidenten Bernhard Ruchti wird dabei ein Förderungspreis übergeben für sein Engagement als Konzertmusiker, Konzertveranstalter und Komponist. "Was er als Organisator anpackte, wurde jeweils in kurzer Zeit zu einer beim Publikum beliebten Veranstaltungsreihe", schreibt die Stadt in ihrer Begründung. Die Preisverleihung ist öffentlich, Beginn ist um 18.00 Uhr (bitte beachten: nicht 18.30 Uhr, wie verschiedentlich kommuniziert wurde!)

In der ersten Novemberhälfte wird ausserdem Bernhard Ruchtis neue CD erscheinen. Sie enthält nebst Liszts Introïtus von 1884 ein Orgelwerk (Triptychon) und drei Klavierwerke aus der Feder von Bernhard Ruchti. Aufgenommen wurden die Orgelwerke in der Kirche St. Laurenzen. Die CD wird auf www.bernhardruchti.com, beim "Notenpunkt" sowie in der Kirche St. Laurenzen erhältlich sein.

Schlussendlich kann ich Ihnen bereits jetzt das Datum unserer Jahres-versammlung bekanntgeben: Am Dienstag, 6. März 2018, lassen wir uns um 19.00 Uhr durch die Klänge der Felsberg-Orgel in St. Mangen mit einem kurzen "Orgel-Hors d’oeuvre" auf den Abend einstimmen. Um 19.30 Uhr beginnt im Saal des Kirchgemeindezentrums die Jahresversammlung. Es wäre schön, wenn wir den Abend wiederum mit einem gemütlichen Apéro beschliessen könnten. Im vergangenen Jahr organi-sierten diesen liebenswürdigerweise Lieselotte Grädel, Ursula Nüesch und Johanna Ulrich. Gibt es vielleicht auch dieses Jahr einige gute Seelen, welche die Organisation des Apéros übernehmen würden? Gerne möchte ich allfällige «gute Feen» bitten, sich bei mir zu melden.

Ich freue mich darauf, Sie am 20. November in der Linsebühlkirche begrüssen zu dürfen. Und vielleicht treffe ich den einen oder die andere bereits am 13.11. im Palace?

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen allen schöne Herbsttage und eine besinnliche und friedliche Weihnachtszeit!

Hans Peter Völkle 
Präsident OFSG


________________________________________________________________________

Orgelfahrt von 2. September nach Zürich

Tobias Willi stellt die neue Goll-Orgel der ZHdK vor: Sie steht im schwarz gestalteten Orgelsaal, der wiederum Teil der ehemaligen Toni-Joghurtfabrik ist.
















Mit seinem brillanten Improvisationsspiel wusste
Tobias Willi die Zuhörerinnen und Zuhörer zu begeistern
.




Typisch Orgel-freunde: Sobald sich die Möglichkeit ergibt, wird das Instrument von der Nähe begutachtet, sei es in der ZHdK, ...








... in der Kirche St.Anton ...






... oder in der KunstKlangKirche Egg!

(Fotos: hpv)











________________________________________________________________________

Die Dynamik des Orgelwinds 

"Allegrevento" nennt Imelda Natter ihre Programme aus Sprach- und Orgelspiel, die sie für jedes Publikum speziell zusammenstellt. Für den Anlass der Orgelfreunde am 20. November hat sie eine Gedichtzeile als Thema gewählt: "Mensch, weisst du wirklich, was du bist?" 

Eva Bachmann 


Imelda Natter
Die Idee zu Allegrevento wurde aus der Not geboren: Imelda Natter sollte 1998 im Rahmenprogramm eines Ärztekongresses eine Orgelführung in Oberegg machen. Ins kalte Wasser geworfen, stellte sie sich Fragen wie: Was interessiert diese Menschen? Womit beschäftigen sie sich normalerweise? Wie kann ich die Medizin so mit der Orgel in Verbindung bringen, dass sie eine neue, bestenfalls berührende Erfah-rung machen? Ihre Lösung war eine Mischung aus Texten, die ihre Zu-hörerinnen und Zuhörer in ihrer Lebenswelt abholen, und passender Orgelmusik, die Raum gibt zum Hören, Eintauchen, Nachdenken. 

Massgeschneiderte Programme

Inzwischen hat Imelda Natter insgesamt 54 Allegrevento-Programme zusammengestellt: für Feuerwehrmänner und Physiotherapeutinnen, für Jahrgängertreffen und Geschäftsessen, zu Geburtstagen und Ausflügen. Jedes Allegrevento ist anders: "Ich mache nur massgeschneiderte Anzüge", sagt sie. "Beim Vorbereiten habe ich so viele Ideen, ich komme vom Hundertsten ins Tausendste – und bin selber ganz fasziniert davon, was entsteht." Eines aber bleibt sich gleich: Ausgangspunkt ist immer der Mensch.

Zum Beispiel der Feuerwehrmann. Er ist immer in Bereitschaft und rennt sofort los, wenn er gebraucht wird. Aber die meiste Zeit wartet er. "Merken wir, was ist, wenn nichts passiert?", fragt sie – macht aus diesem Gedanken einen Programmpunkt mit etwas Text und sucht dazu ein Musik-stück, das sie in eine Beziehung setzen kann. Jedes Allegrevento ist auch für sie selbst ein Erlebnis; unvergessen bleibt die Stunde, die sie mit den 60 Feuerwehrmännern im Chorraum der Kathedrale verbracht hat.

Orgel bewegt

Allegrevento erklingt immer wieder auf einer anderen Orgel und an einem anderen Ort. Alles ganz beweglich. "Orgel bewegt" könnte denn auch als Motto von Imelda Natters Idee gelten. Sie meint das zunächst rein physikalisch: Der Orgelwind hat eine Dynamik, die Bewegung in die Kirche bringt. Es ist ihr wichtig, Kirche nicht als statischen Bau aus Stein zu verstehen, sondern als Raum, der Menschen und ihre Geschichten aufnimmt. Jeder soll darin und davon leben können. "Kirche ist da, wo die Welt nicht mehr genügt": Das Dichterwort spricht ihr aus dem Herzen. "Orgel bewegt" bedeutet auch Leidenschaft für die Musik, das Instrument. Die Orgel kann den Raum erfüllen, mit ihren vielen Klangfarben unter-schiedliche Stimmungen hervorrufen und so die Zuhörenden ansprechen. Die Orgel ist lebendig und kann ans Lebendige gehen.

Neues gestalten

"Ich spiele zufällig Orgel", sagt Imelda Natter etwas kokett. Sie ist in einem abgelegenen Dorf im Bregenzerwald aufgewachsen, Musikunter-richt war nicht selbstverständlich. Mit fünf Jahren wurde sie in die Klavier-stunde geschickt, später mehr als 40 Kilometer weit zur Orgelstunde. Organistin zu werden war kein geheimer Mädchentraum, es hat sich ergeben. Natter spricht von "Entscheidungen am Weg", die einen irgend-wohin führen. Sie hält es immer noch so, sie mag diese Punkte im Leben, an denen man innehält, nachdenkt und sich für etwas entscheidet. Weil darin die Möglichkeit enthalten ist, Neues zu gestalten.

Imelda Natter ist Organistin in St.Gallen Centrum und Klavierlehrerin in Gossau. St.Gallen mit seinen vielfältigen Orgeln sei ein guter Ort für die verschiedenen "Organistenhandschriften", meint sie. Allegrevento ist ein eigenwilliger Beitrag zu dieser lebendigen Orgellandschaft. Das Pro-gramm für die Orgelfreunde wird das 55. sein. Und sollten Sie jetzt noch keine Vorstellung davon haben, was Sie erwartet, dann ist das ganz im Sinne der Erfinderin, "denn Vor-stellung verstellt – den Zugang, der am schönsten wird, wenn Sie keine fixe Vorstellung von Allegrevento haben".

Allegrevento mit Imelda Natter: Montag, 20. November, 19.30 Uhr, Linsebühlkirche, St.Gallen

________________________________________________________________________

Impressum 

St. Galler Orgelfreunde:     www.ofsg.org

Redaktionskommission:    Eva Bachmann, Bernhard Ruchti, Hans Peter Völkle

Sekretariat:                        Eva Bachmann, Magnihalden 8, 9000 St.Gallen sekretariat@ofsg.org, 071 244 87 13 

Für den Inhalt der Texte sind die jeweiligen Autoren verantwortlich.

_________________________________________________________________________________

St. Galler Orgelfreunde OFSG Bulletin OFSG 35, Nr. 4, 2017
Foto: Christoph Hurni
25 Jahre Restaurierung der Goll/Kuhn-Orgel
in der Linsebühlkirche St.Gallen


Rückblick und Würdigung

Als Anfang der 1990er Jahre der Entschluss zur Restaurierung der Linsebühl- Orgel gefasst wurde, war die Erhaltung eines derartigen Instrumentes noch keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Das Ideal der neobarocken Orgel dominierte die Orgellandschaft, und Instrumente aus der Zeit des romantisch-sinfonischen Orgelbaus hatten einen schweren Stand, ja standen oftmals auf verlorenem Posten, wenn es um die Frage von Erhaltung versus Neubau ging.

Auch innerhalb der Kirchgemeinde St.Gallen Centrum herrschte zunächst die Meinung, es müsse im Rahmen der damaligen Gesamtrenovation der Linsebühlkirche auch eine neue, dem Zeitgeschmack mehr entsprechende Orgel gebaut werden. Jürg Brunner, zu der Zeit Organist an der Linsebühlkirche, sah dies anders. "Es war mir wichtig, im Linsebühl nicht die selben Fehler zu wiederholen, die in St.Gallen beispielsweise in der Kathedrale oder in der
St. Laurenzenkirche gemacht wurden, wo wertvolle Instrumente zugunsten von Neubauten hinausgeworfen wurden", erinnert er sich heute.

Jürg Brunner erkannte die Qualität und den Wert des Instrumentes in der Linsebühlkirche und schlug der Kirchgemeinde vor, dieses von Fachleuten restaurieren zu lassen. Da die 1897 von Goll gebaute Orgel in den 1930er-Jahren bereits umgebaut worden war und diese Umbauten auch Teil der Geschichte und Identität der Orgel waren, plante Brunner, das Instrument nicht vollständig auf seinen Urzustand zurückzurestaurieren, sondern einige der Änderungen der 30er-Jahre beizubehalten, die sich als harmonisch und passend zur Gesamtästhetik der Orgel erwiesen.

Dieser Vorschlag leuchtete allgemein ein und war auch von einem finanziellen Standpunkt für die Kirchgemeinde interessant. "Widerstand gab es keinen, auch aus Organistenkreisen nicht", so Brunner.

Als Orgelbaufirma für die Restaurierung wurde Kuhn aus Männedorf ausgewählt, die das nötige Know-How im Umgang mit historischen Instrumenten und insbesondere dem pneumatischen Traktursystem hatte.

Die Reaktionen auf die ausgeführte Restaurierung waren durchwegs positiv. "Es sprach sich sehr schnell herum, dass in St.Gallen ein ausser gewöhnliches romantisches Instrument restauriert worden sei. Alle waren begeistert vom Klang der Orgel, und das Echo war sehr, sehr gut", meint Jürg Brunner heute.

Die Restaurierung der Linsebühlorgel war – mit anderen, ähnlichen Instrumenten in der Schweiz – massgebend für die zunehmende neue Wertschätzung gegenüber Orgeln aus dem sinfonischen Orgelbau, die bis heute anhält. Neben Denkmalorgeln aus der Barockzeit, die schon viel früher eine Bewahrung und Wiederbelebung erfahren hatten, sind es nun auch Instrumente wie die Linsebühlorgel, die als Zeugen der Zeit und Spitzenwerke der Orgelbaukunst den Reichtum des Orgelbaus bis heute dokumentieren.
Bernhard Ruchti

Am 13. Juni steht Robert Schumann für einmal als Komponist für die Orgel im Mittelpunkt: Bernhard Ruchti erläutert und spielt die sechs Fugen über den Namen BACH Opus 60 an der Linsebühl-Orgel in St.Gallen.

Liebe Orgelfreundinnen und Orgelfreunde

Haben Sie auch noch immer den Klang der Schalmei im Ohr? Sonst heutzutage eher als Orgelregister anzutreffen, wurde das klanglich sehr präsente Instrument bei unserem ersten Anlass am 26. April 2017 im Ackerhus kunstvoll durch Markus Meier zum Klingen gebracht. Und die von Heidi Bollhalder gespielte Hausorgel (Melchior Grob, 1793) mischte sich wohlklingend sowohl mit der Schalmei als auch mit der ebenfalls von Markus Meier gespielten Blockflöte.

Über 40 Personen fanden trotz des garstigen Wetters den Weg nach Ebnat-Kappel in den sowohl akustisch als auch architektonisch interessanten Kulturraum im Ackerhus und erlebten einen überaus spannenden und schönen, im Programm abgerundeten Abend. Während uns Jost Kirchgraber aufzeigte, weshalb die Hausorgeln im Toggenburg zu grosser Bedeutung gelangten, führte uns Markus Meier in seinen Ausführungen näher an die beiden im Raum stehenden Instrumente heran und wies auf interessante Parallelen zu bestehenden Orgeln in anderen Landesgegenden hin. Heidi Bollhalder letztendlich brachte uns die Klangwelt der beiden Hausorgeln (M. Grob, 1793, und Heinrich Ammann, 1807) näher und wusste diese mit zahlreichen Beispielen zu demonstrieren.

Die beiden Musiker eröffneten mit Schalmei und Orgel den Abend und gaben auf sympathische Art und Weise den einzelnen Referaten einen musikalischen Rahmen. In derselben Besetzung setzten sie den musikalischen Schlusspunkt. Der Abend klang danach bei einem gemütlichen Umtrunk im Erdgeschoss des wunderschönen Museums aus.

Ein ganz anders gelagerter Anlass erwartet uns Mitte Juni. Ich freue mich sehr, Sie auf
Dienstag, 13. Juni 2017, 19.30 Uhr in die Linsebühlkirche, St.Gallen, einzuladen:

Robert Schumanns grosse Hommage
an Johann Sebastian Bach
Bernhard Ruchti wird uns an diesem Abend an Robert Schumanns sechs    B-A-C-H-Fugen heranführen. Bitte lesen Sie dazu den vorbereitenden Artikel von Bernhard Ruchti.

Die Orgel der Linsebühl-Kirche feiert dieses Jahr ein Jubiläum. Eigentlich aber sind es deren zwei: Die Orgel besteht seit nunmehr 120 Jahren und die grosse, durch Jürg Brunner initiierte Revision liegt genau 25 Jahre zurück. Aus diesem Anlass finden Sie nachstehend einige Informationen, verfasst von Bernhard Ruchti. Und aus Imelda Natters Feder stammt der Bericht über das am 25. März 2017 gefeierte Orgeljubiläum.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit und freue mich darauf, Sie an einem unserer Anlässe begrüssen zu dürfen!

Hans Peter Völkle
Präsident OFSG

Hausorgel von Heinrich Ammann von 1807. Foto: Markus Meier

Zur Eröffnung des Vereinsjahrs 2017

Mit dem neuen Jahr öffnen sich neue Türen für die St.Galler Orgelfreunde: Der neue Vereinspräsident Hans Peter Völkle und der erneuerte Vorstand setzen auf gute Winde. Dieses Bulletin gibt erste Einblicke in das Programm und lädt zur Jahresversammlung am 21. Februar ein. Und es wirft einen Blick voraus auf die erste Veranstaltung am 26. April im Ackerhus in Ebnat-Kappel, an der unter anderem die abgebildete Hausorgel von Heinrich Ammann erklingen wird.


Liebe St.Galler Orgelfreundinnen und Orgelfreunde
 
Es ist mir eine grosse Freude, Sie als neuer Präsident der OFSG im Vereinsjahr 2017 begrüssen zu dürfen. Nach dem stimmungsvollen Konzert am 25. Oktober 2016 von Willibald Guggenmos auf der Chororgel der Kathedrale fand anlässlich eines feinen Aperos die Stabsübergabe vom scheidenden zum neuen Vorstand statt. Gerne lade ich Sie daher in einer ersten Amtshandlung am Dienstag, den 21. Februar 2017, zu unserer 33. Jahresversammlung nach St. Mangen in St.Gallen ein. Die Einladung mit Traktandenliste und die Unterlagen finden Sie im vorliegenden Bulletin.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, dem ehemaligen Vorstand unter der Leitung des Präsidenten Walter Angehrn ganz herzlich für die langjährige innovative und umsichtige Vereinsführung zu danken. Der hervorragende Leistungsausweis des bisherigen Vorstands bedeutet für uns eine grosse Herausforderung, die wir aber gerne annehmen.

Nach unserer Wahl anlässlich der Jahresversammlung 2016 machte sich der neu zusammengesetzte Vorstand sofort daran, das Vereinsjahr 2017 vorzubereiten. Wir sind überzeugt, Ihnen auch in diesem Jahr ein vielfältiges und spannendes Programm bieten zu können. Die Kurzfassung des Jahresprogramms entnehmen Sie bitte dem vorliegenden Bulletin, weitere Erläuterungen dazu erhalten Sie an der Jahresversammlung.

Wir konnten zudem die Vakanzen im Vorstand neu besetzen: Als neue Mitglieder im Vorstand werden sich Eva Bachmann und Karl Lassauer zur Wahl stellen. Eva Bachmann übernimmt das Sekretariat und ist – zusammen mit Bernhard Ruchti und mir – für die Bulletins der OFSG verantwortlich. Als Journalistin und Dozentin an der ZHAW ist sie für diese Tätigkeiten bestimmt bestens gerüstet.

Karl Lassauer wird als Kassenwart amten. Er wirkte über viele Jahre als Soloposaunist im Sinfonieorchester St.Gallen und amtete als langjähriger Präsident und später Kassier der Sektion St.Gallen des Schweizerischen Musikerverbandes. Zudem verfügt er über ein profundes Wissen und Können im IT-Sektor, was für uns bestimmt von sehr grossem Wert sein wird.

Weiterhin dürfen wir auf die grosse Erfahrung der drei langjährigen Vorstandsmitglieder Manfred Böhme (Versand), Hansjörg Grädel (Webmaster) und Matthias Hugentobler (Programmausschuss) zählen. Seit der letzten Jahresversammlung ergänzen Claire Pasquier (Programmausschuss) und Bernhard Ruchti (Vizepräsident, Programmausschuss und Redaktionsteam) den Vorstand. Dass mit Claire Pasquier und
Bernhard Ruchti sowie den beiden Orgelbauern Hansjörg Grädel und Matthias Hugentobler insgesamt vier Fachleute aus der Orgelwelt im Vorstand Einsitz nehmen, bedeutet für mich eine zusätzliche grosse Hilfe.

Welche Ziele fassen wir ins Auge? Nun, der Verein OFSG ist gut unterwegs. Sicherlich wird unsere wichtigste Aufgabe darin bestehen, Ihnen weiterhin jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm mit spannenden und eindrücklichen Anlässen und Ausflügen präsentieren zu können. Die Zielsetzungen gemäss Statuten bilden uns da die Vorgaben.

Des Weiteren werden wir der Mitgliederwerbung und der Öffentlichkeitsarbeit bestimmt wieder vermehrt Gewicht beimessen müssen, denn die OFSG sind in der Öffentlichkeit ganz einfach zu wenig bekannt. Es erscheint mir daher empfehlenswert, den Verein mittelfristig besser und breiter abzustützen. In Zeiten, wo Kirchen vermehrt geschlossen und/oder verkauft werden, könnte es von grossem Wert sein, wenn die
Orgelfreunde in der Öffentlichkeit als ein für die Erhaltung der Orgellandschaft wichtiger Pfeiler wahrgenommen werden.

Sicher ist Ihnen die etwas andere Aufmachung dieses Bulletins aufgefallen. Das Bulletin wird 2017 viermal erscheinen. In der vorliegenden Ausgabe finden Sie nebst den Unterlagen für die Jahresversammlung auch bereits den vorbereitenden Artikel für unseren Anlass vom 26. April 2017 im Ackerhus in Ebnat-Kappel. Die Einladung werden wir – zusammen mit dem Protokoll der Jahresversammlung – Anfang April versenden.

Wir befassen uns mit dem Gedanken, einen Newsletter per E-Mail zu generieren. Dieser könnte in losen Abständen erscheinen und damit sehr aktuell auch auf bevorstehende regionale Orgelkonzerte hinweisen. Ob dann das Bulletin vielleicht nur noch zweimal im Jahr in gedruckter Form erscheinen wird und ob es weiterhin "Bulletin" heissen soll – das sind Fragen, die uns in nächster Zeit beschäftigen werden. Meinungen dazu aus Ihrem Kreis – wie natürlich auch zu jedem anderen Thema – sind hochwillkommen!

Zum Abschluss noch ein Wermutstropfen: Leider müssen wir Ihnen bereits dieses Jahr eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags zur Diskussion stellen. Den entsprechenden Antrag mit Begründung finden Sie in den Unterlagen für die Jahresversammlung.

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre des neuen Bulletins und hoffe, Sie am 21. Februar in St. Mangen begrüssen zu dürfen!
Hans Peter Völkle
Präsident OFSG


Bulletin zur Eröffnung des Vereinsjahrs 2017 - Frischer Orgelwind im Toggenburg download.pdf